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Welche Versicherungen benötige ich? – Eine Übersicht –

Erfahren Sie in diesem Artikel welche Versicherungen welche Priorität haben. Dabei stützt sich der Artikel auf die Rangfolge der DIN-Norm 77230, welche eine Produkt unabhängige Empfehlung für private Haushalte vergibt und Zusammen mit Verbänden und Verbraucherschützern entwickelt wurde.

 

Der Beitrag teilt sich in 3 Prioritätsfelder auf:

 

  1. Unverzichtbar
  2. Notwendig
  3. Optional

 

Im Regelfall ist das Budget für Versicherungen begrenzt und es müssen Prioritäten gesetzt werden. Dabei kommt es noch häufig vor, dass gerade besonders essenzielle Versicherungen gar nicht erst beachtet werden. Die folgende Übersicht gibt Ihnen ein Gefühl davon welche Versicherungen in welcher Reihenfolge am ehesten Sinn ergeben.

 

1.    Unverzichtbare Versicherungen

 

1.1 Krankenkasse

In Deutschland eine Pflichtversicherung, daher steht diese auch auf Platz 1. Egal ob Privatversichert oder gesetzlich, hier darf keine Lücke entstehen.

 

1.2 Haftpflichtversicherung

Wer einem anderen schuldhaft einen Schaden zufügt, ist verpflichtet diesen Schaden in vollem Umfang zu ersetzen. Maßgebend ist dazu der §823 BGB. Hierbei gibt es weder eine zeitliche noch eine summen Begrenzung. Aufgrund dieser Tatsache gehört die Haftpflichtversicherung zu den unverzichtbaren Versicherungen, davon abgesehen, dass diese bereits für rund 3€ pro Monat zu haben ist.

 

1.3 Berufsunfähigkeitsversicherung

Sie können aufgrund von Unfall oder Krankheit ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben. In diesem Fall schützt Sie die Berufsunfähigkeitsversicherung vor einem Einkommensverlust für die Dauer der Berufsunfähigkeit. Je nach Gesundheitszustand und persönlichen Bedürfnissen, können auch alternativen wie die Grundfähigkeitsversicherung, Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder schwere Krankheiten Versicherungen infrage kommen. Aufgrund der Komplexität einer solchen Versicherung ist in jedem Fall eine persönliche Beratung anzuraten.

 

2.    Notwendige Versicherungen

 

2.1. Risikolebensversicherung

Ihre Angehörigen sollten im Falle eines Todesfalls finanziell abgesichert sein. Gerade bei Familien mit Kind oder hohen finanziellen Verpflichtungen wie eine Hausfinanzierung ist die Risikolebensversicherung notwendig. Damit vermeiden Sie, dass Ihre liebsten bei solch einem emotionalen Verlust auch noch finanzielle Sorgen fürchten müssen.

Als Faustformal für die Höhe der Absicherung, lässt sich das Fünffache des Nettojahreseinkommen als Mindestabsicherung nehmen.

 

 

2.2. KFZ-Haftpflichtversicherung

Die KFZ-Haftpflichtversicherung dient gleichermaßen dem Schutz des Fahrzeughalters sowie Dritter vor großen finanziellen Schäden, die durch den Betrieb des Fahrzeugs entstehen können. In Deutschland ist diese Versicherung beim Besitz eines Fahrzeugs eine Pflichtversicherung und demnach notwendig.

 

Unser Tipp: Eine Haftpflichtversicherung mit mindestens 10 Mio. Euro Versicherungssumme sollte als Maßstab herangezogen werden.

 

 

2.3. Verhinderung einer kurzfristigen Zahlungsunfähigkeit

Ein kleines extra, was nicht sofort etwas mit Versicherungen zu tun hat, ist das Thema der kurzfristigen Liquidität zur Überbrückung unvorhergesehener finanzieller Engpässe. Dazu zählen z.B. ungeplante Ersatzbeschaffungen wie Auto oder ähnliches aber auch kurzfristige Einkommensausfälle aufgrund von Arbeits- bzw. Auftragslosigkeit.

 

Es gibt verschiedene Wege wie solch ein entsprechendes Polster aufgebaut werden kann. Notwendig ist es eben das Sie sich solch ein Polster aufbauen. Als Richtwert, können Sie beispielweise 3x ihr Nettoeinkommen pro Monat nehmen.

 

 

2.4. Altersvorsorge

Zum Rentenbeginn beziehen Sie in der Regel kein Erwerbseinkommen mehr. Das bedeutet für Sie, dass Sie für die Aufrechterhaltung Ihres Lebensstandards selbst verantwortlich sind. Dazu beziehen z.B. Angestellte eine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Als Selbstständiger müssen Sie sich um eine entsprechende Absicherung selbst kümmern sofern Sie von der Beitragspflicht befreit sind.

 

 Hierbei sollte jedoch bedacht werden, dass die gesetzliche Rente weder garantiert ist noch genau prognostiziert werden kann. Das einzige was Sie erwerben sind Rentenpunkte die später einmal einen gewissen Wert haben sollten. Bereits heute ist es aber so, dass die Rentenkasse des Staats nicht ausreicht, um die Renten voll zu zahlen weshalb immer noch andere Steuergelder hinzugezogen werden müssen, um diese Renten bezahlen zu können.

 

Ein weiterer unschöner Faktor ist das Renteneintrittsniveu welches durchaus auch auf 70 Jahren angehoben werden kann wie bereits von Seiten der Politik eingeworfen wurde. Ein heutiger Arbeitnehmer kann als Faustformel mit einer gesetzlichen Rente von ca. 45% seines derzeitigen Einkommens rechnen.

 

Wie Sie solch eine Lücke schließen, dazu gibt es eine Menge Möglichkeiten von der staatlich geförderten Altersvorsorge über eine private Altersvorsorge bis hin zu Immobilien und Kapitalanlagen. Hier spielen Ihre Vorstellung Ihrer persönlichen Zukunft die wichtigste Rolle.

 

 

2.5 Notfallplanung

Egal ob Single, Familie, Angestellter oder Unternehmer. Die Notwendigkeit einer entsprechenden Notfallplanung ist bei allen wichtig. Dabei handelt es sich um keine Versicherung im eigenen Sinne, sondern vielmehr um die Handhabung von gewissen Situationen wie Tod, Koma oder Behinderung.

 

Solange Sie die Möglichkeit haben, Entscheidungen selbst zu treffen sollten sie Ihre Wünsche im Rahmen einer Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht festhalten. Die Alternative dazu, ist das der Staat sämtliche Entscheidungen für Sie trifft. Denn ohne diese Dokumente sind auch nahe Angehörige nicht handlungsfähig.

 

Zusätzlich dazu besteht die Möglichkeit für Unternehmer die Nachfolge- bzw. Vertretungsregelung offiziell zu klären. Sowie die Erstellung des Testaments gerade bei mehreren Erben.

 

Für Familien mit minderjährigen Kindern ist es darüber hinaus ratsam eine entsprechende Sorgerechtserklärung zu verfassen.

 

In Zusammenarbeit mit der deutschen Vorsorgedatenbank bieten wir hier spezielle Konzepte, gerne Informieren wir Sie ausführlich über dieses Thema.

 

 

3.    Optionale Versicherungen

 

3.1. Auslandsreisekrankenversicherung

Der Grundschutz durch eine Krankenversicherung ist elementar. Die gesetzliche und jede private Krankenversicherung garantieren in Deutschland einen entsprechenden Grundschutz im stationären sowie im ambulanten und zahnmedizinischen Bereich.

 

Sollten Sie sich im über einen längeren Zeitraum im Ausland aufhalten, kann es durchaus sinnvoll sein für genau diesen Zeitraum eine entsprechende Auslandskrankenversicherung zu besitzen. Diese deckt notwendige Behandlungmaßnahmen vor Ort sowie eventuell entstehende Transportkosten zurück nach Deutschland.

 

 

3.2. Krankentagegeldversicherung

Wer im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung längere Zeit erkrankt ist und daher arbeitsunfähig geschrieben wird, erhält vorerst 42 Tage lang weiter die volle Lohnfortzahlung.

 

Sollten Sie darüber hinaus weiter erkrankt sein, erhalten Sie ab dem 43. Tag das sogenannte Krankentagegeld von der Krankenkasse. Dieses entspricht ca.77% Ihres derzeitigen Nettoeinkommens. Mit einer Krankentagegeldversicherung können Sie die somit entstehende Lücke wieder ausgleichen, um weiterhin Ihr Nettoeinkommen zu erhalten.

 

 

3.3. Krankenzusatztarife

Wie bereits erwähnt garantiert die gesetzliche Krankenversicherung einen Grundschutz in Deutschland. Wer zusätzliche Leistungen haben möchte, kann diese entweder aus eigener Tasche bezahlen oder entsprechend absichern. Es gibt hier drei verschiedene Bereiche der Vorsorgemöglichkeiten.

 

  1. Stationäre Zusatzleistungen

Hierzu zählen u.a.: Chefarztbehandlung, Einzel- oder Zweitbettzimmer im Krankenhaus oder freie Klinikwahl.

 

  1. Ambulante Zusatzleistungen

Hierzu zählen u.a.: Kostenübernahme von Brillen, Vorsorgeuntersuchungen oder besondere Arztleistungen wie Homöopathie, die von Krankenkassen nicht getragen werden.

 

  1. Zahnzusatzleistungen

Hierzu zählen u.a.: Kostenübernahme für Zahnreinigung, Implantate und Brücken und Kieferorthopädie

 

 

3.4. Unfallversicherung

Ein Unfall oder eine schwere Erkrankung birgt das Risiko eines besonderen finanziellen Bedarfs, wenn bleibende Schäden erlitten werden. Das Restrisiko wie z.B. Investitionskosten für bauliche Maßnahmen an einem Haus oder einer Wohnung oder für den Umzug in eine behindertengerechte Wohnung gilt es abzusichern. Auch die Finanzierung von außergwöhnlichen Heilbehandlungen oder Hilfsmitteln die durch die Krankenversicherung nicht getragen werden sollten entsprechend abgedeckt sein.

 

 

3.5. Rechtsschutzversicherung

Abhängig von Ihren persönlichen Lebensumständen können unterschiedliche Risikomodule sinnvoll sein. Dazu stehen folgende Rechtsschutzmodule zur Verfügung:

 

  • Privat-Rechtsschutz
  • Wohnung / Haus / Grundstück
  • Verkehrsrechtsschutz
  • Berufs-/Arbeitsrechtschutz

 

Dabei lassen sich die Module einzeln absichern oder zu verschiedenen Paketen zusammenschnüren.

 

 

3.6. KFZ-Vollkasko

Die Vollkasko für Ihr Fahrzeug sichert Beschädigungen an Ihrem eigenen Fahrzeug oder dessen Diebstahl ab. Damit die Neuanschaffung entsprechend gesichert werden kann, ist es optional möglich dieses Risiko innerhalb der Versicherung abzusichern. Gerade bei finanzierten Fahrzeugen, ist diese Form ratsam.

 

 

3.7. Vermögensplanung für die Kinder

Eine gute Ausbildung ist die Basis für den beruflichen Erfolg. Jede Ausbildung bringt aber auch finanzielle Belastungen mit sich. Ein Startkapital für die Ausbildung der Kinder ist daher grundsätzlich immer sinnvoll.

 

Abschließend

Diese Liste ist nicht fallabschließend und kann je nach Ihrer individuellen Situation auch davon abweichen. Jedoch gibt Ihnen diese Aufstellung eine Übersicht über die Notwendigkeit manch einer Versicherung und bei einer anderen erhalten Sie den Hinweis das es sich vermutlich um ein optionales Risiko handelt. 

Wie Sie anschließend damit umgehen bleibt nachtürlich Ihnen überlassen. Gerne stehen wir jedoch mit einem unabhängigen Rat und einer entsprechenden Tat zur Seite. Zögern Sie also nicht mit uns ein kostenloses Erstgespräch zu vereinbaren. 

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